Cushing-Syndrom (PPID) beim Pferd
Stoffwechsel OP: Niedrig

Cushing-Syndrom (PPID)

Pituitary Pars Intermedia Dysfunction

Cushing (PPID) ist eine hormonelle Erkrankung der Hirnanhangdrüse, die vor allem ältere Pferde betrifft. Die Hypophyse produziert zu viel ACTH, was den Hormonhaushalt durcheinanderbringt. Cushing ist die häufigste endokrine Erkrankung beim Pferd über 15 Jahre.

Betroffener Bereich Stoffwechsel, systemisch
OP-Kosten ohne Schutz bis 2.000 €

Kosten ohne Versicherung

600–2.000 EUR

Durchschnitt: 1.200 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Cushing-Syndrom (PPID)?

Bei Cushing (PPID) arbeitet ein Teil der Hirnanhangdrüse nicht mehr richtig. Der Bereich Pars intermedia schüttet zu viel des Hormons ACTH aus, was den ganzen Hormonhaushalt durcheinanderbringt. In der Folge steigt unter anderem der Cortisolspiegel, das Immunsystem wird schwächer und der Stoffwechsel entgleist. Sichtbar wird das am typischen langen, gelockten Fell, an Muskelabbau und an einem deutlich erhöhten Hufrehe-Risiko. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend über Jahre und betrifft vor allem Pferde ab etwa 15 Jahren.

Symptome

  • Langes, lockiges Fell (Hirsutismus)
  • Muskelschwund
  • Hufrehe-Schübe
  • Vermehrtes Trinken und Urinieren
  • Fettumverteilung
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Verzögerter Fellwechsel

Ursachen

  • Altersbedingter Abbau von Nervenzellen im Gehirn
  • Nachlassende Dopaminwirkung, die die Hormonausschüttung nicht mehr bremst
  • Tritt gehäuft ab dem 15. Lebensjahr auf
  • Ponys und robuste Rassen scheinen etwas anfälliger
  • Fütterung und Haltung sind nicht die Auslöser, verstärken aber Folgen wie Hufrehe

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1ACTH-Bluttest (saisonbereinigt)2TRH-Stimulationstest3Klinische Untersuchung

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Pergolid (Prascend) als lebenslange Dauermedikation. Angepasste Fütterung, regelmäßiges Scheren bei Hirsutismus, Hufpflege.

Operative Behandlung

Cushing wird nicht operiert. Die Folgeerkrankung Hufrehe kann aber operativen Eingriff erfordern.

Nachsorge

Lebenslange Pergolid-Gabe, halbjährliche ACTH-Kontrollen zur Dosisanpassung.

Prognose

Mit Pergolid-Therapie können die meisten Cushing-Pferde gut leben. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand stetig. Die Behandlung ist lebenslang.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Keine bekannte Prävention, altersbedingt
Frühzeitige Diagnose durch ACTH-Test ab dem 15. Lebensjahr
Aufmerksam auf erste Symptome (verzögerter Fellwechsel)
Das bedeutet es für deine Versicherung

Cushing erfordert lebenslange Medikation (Pergolid ca. 50 bis 80 EUR/Monat). Die OP-Versicherung greift nur bei Folge-OPs (Hufrehe). Die Krankenversicherung deckt Diagnostik und Medikation ab.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter tritt Cushing beim Pferd auf?

Meist ab etwa 15 Jahren, denn PPID entsteht durch den altersbedingten Abbau von Nervenzellen, die die Hormonausschüttung der Hirnanhangdrüse bremsen. Die Krankheit entwickelt sich schleichend über Jahre, erste Anzeichen wie ein verzögerter Fellwechsel werden leicht übersehen. Ab dem 15. Lebensjahr ist deshalb ein jährlicher ACTH-Bluttest sinnvoll, um früh gegensteuern zu können.

Was kostet die Behandlung von Cushing?

Die Erstdiagnose mit ACTH-Test kostet 200 bis 400 EUR. Danach braucht dein Pferd Pergolid als Dauermedikation, das schlägt mit etwa 50 bis 80 EUR pro Monat zu Buche, und zwar lebenslang. Dazu kommen halbjährliche Blutkontrollen für rund 100 EUR, mit denen der Tierarzt die Dosis anpasst. Übers Jahr gerechnet liegst du damit meist bei 600 bis 2.000 EUR.

Kann ich mein Pferd mit Cushing noch versichern?

Ein Abschluss ist weiterhin möglich, allerdings werden Cushing selbst und typische Folgeerkrankungen wie Hufrehe als Vorerkrankung vom Schutz ausgenommen. Versichert bleibt alles, was damit nichts zu tun hat, zum Beispiel eine Kolik-OP oder ein Sehnenschaden. Am besten schließt du die Versicherung ab, solange dein Pferd noch gesund ist und keine Diagnose in der Akte steht.

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