Druse beim Pferd
Infektionskrankheit OP: Niedrig

Druse

Adenitis equorum

Druse ist eine hochansteckende bakterielle Infektion der oberen Atemwege durch Streptococcus equi. Sie verursacht Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten, die abszedieren können. Druse ist die häufigste Infektionskrankheit beim Pferd.

Betroffener Bereich Kehlgang (Lymphknoten)
OP-Kosten ohne Schutz bis 3.000 €

Kosten ohne Versicherung

500–3.000 EUR

Durchschnitt: 1.000 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Druse?

Druse wird durch das Bakterium Streptococcus equi ausgelöst, das über Nase und Maul in den Körper gelangt. Es siedelt sich in den Lymphknoten am Kehlgang an, die daraufhin anschwellen und mit Eiter gefüllte Abszesse bilden. Brechen diese auf, scheidet das Pferd massenhaft Bakterien aus und steckt Artgenossen an. Tückisch ist, dass die Erreger wochenlang in den Luftsäcken überdauern können, solche Pferde bleiben unbemerkt ansteckend. Deshalb breitet sich die Krankheit in Ställen so schnell aus.

Symptome

  • Hohes Fieber (über 39,5 °C)
  • Eitriger Nasenausfluss
  • Geschwollene Kehlgangslymphknoten
  • Schluckbeschwerden
  • Fressunlust
  • Apathie

Ursachen

  • Ansteckung über direkten Kontakt mit erkrankten Pferden
  • Gemeinsame Tränken, Futtertröge und Putzzeug
  • Neuzugänge ohne Quarantäne
  • Übertragung über Hände und Kleidung von Menschen
  • Turniere und Orte mit vielen fremden Pferden
  • Dauerausscheider mit Bakterien in den Luftsäcken
Im Notfall

Bei hohem Fieber über 39,5 Grad, deutlicher Atemnot oder starken Schluckbeschwerden solltest du sofort den Tierarzt rufen und das Pferd konsequent isolieren. In seltenen Fällen engen die Abszesse die Atemwege gefährlich ein.

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Klinische Untersuchung2Tupferprobe (PCR-Test)3Endoskopie der Luftsacke4Blutuntersuchung

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Isolation des erkrankten Pferdes, warme Umschläge auf die Lymphknoten (Reifung fördern), Fieberkontrolle, Schleimlöser. Antibiotika nur bei Komplikationen.

Operative Behandlung

Chirurgische Eröffnung und Spülung bei Luftsackeiterung. Luftsack-Lavage über Endoskop.

Nachsorge

Quarantäne bis zum negativen PCR-Test (kann Wochen dauern). Stall gründlich desinfizieren. Alle Kontaktpferde überwachen.

Prognose

Die meisten Pferde erholen sich innerhalb von 2 bis 4 Wochen vollständig. Komplikationen wie Luftsackeiterung oder Bastard-Druse (Absiedlung in andere Organe) sind selten, aber ernst.

Vorbeugung

Quarantäne bei Neuzugängen (14 Tage)
Fieber messen bei Verdacht
Hygiene bei Tränken und Futtergeschirr
Impfung (eingeschränkte Wirksamkeit)
Das bedeutet es für deine Versicherung

Druse wird meist konservativ behandelt. Nur bei Komplikationen (Luftsack-OP) greift die OP-Versicherung. Die Behandlungskosten fallen unter die Krankenversicherung.

Häufige Fragen

Wie ansteckend ist Druse?

Druse gehört zu den ansteckendsten Pferdekrankheiten überhaupt, ein einziges erkranktes Tier kann den ganzen Stall infizieren. Die Bakterien übertragen sich über direkten Kontakt, gemeinsame Tränken, Putzzeug und sogar über Hände und Kleidung von Menschen. Isoliere ein verdächtiges Pferd deshalb sofort, miss bei allen Kontaktpferden Fieber und halte strikte Hygiene ein, bis der Tierarzt Entwarnung gibt.

Was kostet die Behandlung von Druse?

In unkomplizierten Fällen kommst du mit 500 bis 1.000 EUR für Untersuchung, Fieberkontrolle und Pflege aus. Treten Komplikationen wie eine Luftsackeiterung auf, die endoskopisch gespült oder chirurgisch eröffnet werden muss, steigen die Kosten schnell auf bis zu 3.000 EUR. Dazu kommen oft mehrere PCR-Tests, denn die Quarantäne endet erst mit negativem Befund.

Kann ich mein Pferd gegen Druse impfen?

Eine Impfung existiert, sie bietet aber nur eingeschränkten Schutz und verhindert eine Ansteckung nicht zuverlässig. Wichtiger ist konsequente Stallhygiene: Neuzugänge zwei Wochen in Quarantäne, eigene Tränken und eigenes Putzzeug, bei Verdacht sofort Fieber messen. Ob die Impfung für dein Pferd sinnvoll ist, etwa bei häufigen Turnierbesuchen, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.

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