Druse
Adenitis equorum
Druse ist eine hochansteckende bakterielle Infektion der oberen Atemwege durch Streptococcus equi. Sie verursacht Fieber, Nasenausfluss und geschwollene Lymphknoten, die abszedieren können. Druse ist die häufigste Infektionskrankheit beim Pferd.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 1.000 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Kein saisonaler Schwerpunkt
Was ist Druse?
Druse wird durch das Bakterium Streptococcus equi ausgelöst, das über Nase und Maul in den Körper gelangt. Es siedelt sich in den Lymphknoten am Kehlgang an, die daraufhin anschwellen und mit Eiter gefüllte Abszesse bilden. Brechen diese auf, scheidet das Pferd massenhaft Bakterien aus und steckt Artgenossen an. Tückisch ist, dass die Erreger wochenlang in den Luftsäcken überdauern können, solche Pferde bleiben unbemerkt ansteckend. Deshalb breitet sich die Krankheit in Ställen so schnell aus.
Symptome
- Hohes Fieber (über 39,5 °C)
- Eitriger Nasenausfluss
- Geschwollene Kehlgangslymphknoten
- Schluckbeschwerden
- Fressunlust
- Apathie
Ursachen
- Ansteckung über direkten Kontakt mit erkrankten Pferden
- Gemeinsame Tränken, Futtertröge und Putzzeug
- Neuzugänge ohne Quarantäne
- Übertragung über Hände und Kleidung von Menschen
- Turniere und Orte mit vielen fremden Pferden
- Dauerausscheider mit Bakterien in den Luftsäcken
Bei hohem Fieber über 39,5 Grad, deutlicher Atemnot oder starken Schluckbeschwerden solltest du sofort den Tierarzt rufen und das Pferd konsequent isolieren. In seltenen Fällen engen die Abszesse die Atemwege gefährlich ein.
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Isolation des erkrankten Pferdes, warme Umschläge auf die Lymphknoten (Reifung fördern), Fieberkontrolle, Schleimlöser. Antibiotika nur bei Komplikationen.
Operative Behandlung
Chirurgische Eröffnung und Spülung bei Luftsackeiterung. Luftsack-Lavage über Endoskop.
Nachsorge
Quarantäne bis zum negativen PCR-Test (kann Wochen dauern). Stall gründlich desinfizieren. Alle Kontaktpferde überwachen.
Prognose
Die meisten Pferde erholen sich innerhalb von 2 bis 4 Wochen vollständig. Komplikationen wie Luftsackeiterung oder Bastard-Druse (Absiedlung in andere Organe) sind selten, aber ernst.
Vorbeugung
Druse wird meist konservativ behandelt. Nur bei Komplikationen (Luftsack-OP) greift die OP-Versicherung. Die Behandlungskosten fallen unter die Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Wie ansteckend ist Druse?
Druse gehört zu den ansteckendsten Pferdekrankheiten überhaupt, ein einziges erkranktes Tier kann den ganzen Stall infizieren. Die Bakterien übertragen sich über direkten Kontakt, gemeinsame Tränken, Putzzeug und sogar über Hände und Kleidung von Menschen. Isoliere ein verdächtiges Pferd deshalb sofort, miss bei allen Kontaktpferden Fieber und halte strikte Hygiene ein, bis der Tierarzt Entwarnung gibt.
Was kostet die Behandlung von Druse?
In unkomplizierten Fällen kommst du mit 500 bis 1.000 EUR für Untersuchung, Fieberkontrolle und Pflege aus. Treten Komplikationen wie eine Luftsackeiterung auf, die endoskopisch gespült oder chirurgisch eröffnet werden muss, steigen die Kosten schnell auf bis zu 3.000 EUR. Dazu kommen oft mehrere PCR-Tests, denn die Quarantäne endet erst mit negativem Befund.
Kann ich mein Pferd gegen Druse impfen?
Eine Impfung existiert, sie bietet aber nur eingeschränkten Schutz und verhindert eine Ansteckung nicht zuverlässig. Wichtiger ist konsequente Stallhygiene: Neuzugänge zwei Wochen in Quarantäne, eigene Tränken und eigenes Putzzeug, bei Verdacht sofort Fieber messen. Ob die Impfung für dein Pferd sinnvoll ist, etwa bei häufigen Turnierbesuchen, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.
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