Equines Metabolisches Syndrom (EMS) beim Pferd
Stoffwechsel OP: Niedrig

Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

Equine Metabolic Syndrome

EMS ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der das Pferd eine Insulinresistenz entwickelt, vergleichbar mit Typ-2-Diabetes beim Menschen. EMS ist einer der häufigsten Auslöser für Hufrehe und betrifft besonders übergewichtige, leichtfuttrige Pferde.

Betroffener Bereich Stoffwechsel, systemisch
OP-Kosten ohne Schutz bis 1.500 €

Kosten ohne Versicherung

300–1.500 EUR

Durchschnitt: 600 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Equines Metabolisches Syndrom (EMS)?

Beim EMS reagieren die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin, das den Blutzucker in die Zellen schleust. Zum Ausgleich schüttet der Körper immer mehr Insulin aus, der Spiegel bleibt dauerhaft hoch. Dieses Zuviel an Insulin schädigt die feinen Strukturen der Huflederhaut und löst Hufrehe aus. Betroffen sind vor allem leichtfuttrige Rassen aus kargen Regionen, die mit unserem energiereichen Futter überversorgt werden. Übergewicht verstärkt die Insulinresistenz zusätzlich, so entsteht ein Teufelskreis.

Symptome

  • Übergewicht (besonders Fettkamm am Hals)
  • Fettdepots (Schulter, Kruppe, Schweifansatz)
  • Hufrehe-Schübe
  • Trägheit
  • Starkes Schwitzen

Ursachen

  • Genetische Veranlagung leichtfuttriger Rassen
  • Übergewicht durch zu energiereiches Futter
  • Zu viel Zucker und Stärke aus Kraftfutter und jungem Gras
  • Bewegungsmangel
  • Reichlich Fruktan im Frühjahrs- und Herbstgras
  • Zunehmendes Alter als verstärkender Faktor

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Nüchtern-Insulin-Test2Oraler Zuckertest (OST)3Blutglukose4Klinische Untersuchung (Body Condition Score)

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Strikte Diät (Heu mit niedrigem Fruktangehalt, kein Weidegang, kein Kraftfutter), Bewegungsprogramm, Gewichtsreduktion. Medikamentös: Metformin in Einzelfällen.

Operative Behandlung

EMS wird nicht operiert. Die Folgeerkrankung Hufrehe kann aber operativen Eingriff erfordern.

Nachsorge

Lebenslange Fütterungskontrolle und Gewichtsmanagement. Regelmäßige Insulin-Kontrollen.

Prognose

EMS ist gut managebar, aber nicht heilbar. Bei konsequentem Fütterungs- und Bewegungsmanagement können Hufrehe-Schübe verhindert werden.

Vorbeugung

Gewichtskontrolle (Body Condition Score 5 bis 6 von 9)
Weidegang begrenzen
Kein Kraftfutter bei leichtfuttrigen Rassen
Regelmäßige Bewegung
Frühzeitige Insulin-Tests bei Risikorassen
Das bedeutet es für deine Versicherung

EMS selbst ist günstig zu diagnostizieren und zu managen. Die Folgeerkrankung Hufrehe kann aber extrem teuer werden. Eine Versicherung sollte idealerweise vor der EMS-Diagnose abgeschlossen werden.

Häufige Fragen

Was ist EMS beim Pferd?

Das Equine Metabolische Syndrom ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Körperzellen kaum noch auf Insulin reagieren, ähnlich wie beim Typ-2-Diabetes des Menschen. Der dauerhaft erhöhte Insulinspiegel schädigt die Huflederhaut und ist einer der häufigsten Auslöser für Hufrehe. Typisch sind Übergewicht, ein Fettkamm am Hals und Fettdepots an Schulter und Kruppe, meist bei leichtfuttrigen Pferden.

Welche Pferde bekommen EMS?

Am stärksten gefährdet sind leichtfuttrige Rassen wie Shetlandpony, Haflinger, Isländer, Fjordpferd und Tinker. Sie stammen aus kargen Regionen und werden mit energiereichem Futter und wenig Bewegung schlicht überversorgt. Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor, achte deshalb auf die Figur deines Pferdes und begrenze Weidegang und Kraftfutter, bevor sich ein Fettkamm bildet.

Kann ich ein Pferd mit EMS versichern?

Grundsätzlich ja, allerdings schließen die Versicherer EMS und vor allem die teure Folgeerkrankung Hufrehe dann als Vorerkrankung aus. Genau die Behandlung, die bei EMS-Pferden am wahrscheinlichsten nötig wird, wäre damit nicht gedeckt. Sinnvoller ist es, leichtfuttrige Rassen früh zu versichern, solange noch keine Diagnose gestellt wurde.

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