Hufrehe
Laminitis
Hufrehe ist eine extrem schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Die Verbindung zwischen Hufkapsel und Hufbein löst sich, im schlimmsten Fall rotiert oder sinkt das Hufbein ab. Hufrehe ist einer der häufigsten Notfälle beim Pferd und kann lebensbedrohlich verlaufen.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 3.000 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Jahreszeit mit erhöhtem Risiko
Was ist Hufrehe?
Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, jener feinen Struktur, die das Hufbein fest mit der Hufwand verbindet. Entzünden sich diese Verbindungen, lockern sie sich, und der Zug der tiefen Beugesehne kann das Hufbein absenken oder drehen. Dieser Vorgang ist extrem schmerzhaft und im schweren Fall nicht mehr rückgängig zu machen. Auslöser ist häufig ein Zuviel an Zucker und Insulin oder eine schwere Entzündung im Körper. Hufrehe ist immer ein ernster Notfall, denn je früher gehandelt wird, desto besser stehen die Chancen.
Symptome
- Trachtenfußung (Pferd tritt auf Trachten statt auf Zehe)
- Klammergang
- Wärme an den Hufen
- Verstärkter Hufpuls
- Stehunlust
- Häufiges Hinlegen
- Gewichtsverlagerung auf die Hinterhand
Ursachen
- Stoffwechselstörungen wie EMS und Cushing als häufigste Ursache
- Zu viel Fruktan im Frühjahrs- und Herbstgras
- Überladung mit Kraftfutter oder Getreide
- Schwere Entzündungen, etwa nach zurückgebliebener Nachgeburt
- Überlastung eines Beins bei Lahmheit des anderen (Belastungsrehe)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
Bei klammem Gang, Trachtenfußung, warmen Hufen und verstärktem Hufpuls sofort den Tierarzt rufen und das Pferd auf weichem Boden ruhigstellen. Je früher die Behandlung beginnt, desto eher lässt sich ein Absinken des Hufbeins verhindern.
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Sofortige Kühlung der Hufe, Schmerzmittel (Phenylbutazon), Huforthopädie (Rehebeschlag), Diät (kein Weidegang), Behandlung der Grundursache (EMS, Cushing).
Operative Behandlung
In schweren Fällen: Dorsalwand-Resektion (Entfernung eines Teils der Hufwand) oder Tenotomie (Durchtrennung der tiefen Beugesehne zur Entlastung).
Nachsorge
Langfristige Huforthopädie (alle 4 bis 6 Wochen Rehebeschlag), strikte Diät, regelmäßige Röntgenkontrollen, Behandlung der Grunderkrankung.
Prognose
Leichte Hufrehe-Schübe sind gut behandelbar. Bei Hufbeinrotation oder -senkung wird die Prognose deutlich schlechter. Chronische Hufrehe erfordert lebenslange Huforthopädie.
Besonders betroffene Rassen
Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.
Vorbeugung
Hufrehe kann extrem teuer werden, besonders die chronische Behandlung mit Rehebeschlag und Tierarztkontrollen. Eine OP-Versicherung deckt chirurgische Eingriffe ab, die konservative Langzeittherapie nur eine Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Was kostet die Behandlung von Hufrehe beim Pferd?
Die Akutbehandlung mit Kühlung, Schmerzmitteln und ersten Röntgenbildern kostet 500 bis 2.000 EUR. Wird die Rehe chronisch, kommen mit Rehebeschlag, Röntgenkontrollen und Tierarztterminen schnell 2.000 bis 8.000 EUR im ersten Jahr zusammen (Stand 2025/2026). Danach bleibt der Spezialbeschlag alle 4 bis 6 Wochen ein dauerhafter Kostenpunkt, den du fest einplanen musst.
Warum tritt Hufrehe im Frühjahr häufiger auf?
Das junge Frühjahrsgras enthält besonders viel Fruktan, einen Zuckerspeicherstoff, der bei empfindlichen Pferden eine starke Insulinreaktion auslösen kann. Genau dieses Zuviel an Insulin schädigt die Huflederhaut und löst den Rehe-Schub aus. Gewöhne dein Pferd im Frühjahr deshalb nur langsam an die Weide und begrenze die Grasaufnahme bei leichtfuttrigen Rassen konsequent.
Welche Pferderassen sind besonders hufrehe-gefährdet?
Ein deutlich erhöhtes Risiko haben leichtfuttrige Rassen wie Shetlandpony, Haflinger, Isländer, Fjordpferd, Welsh Cob und Tinker. Sie sind auf karge Nahrung ausgelegt und entwickeln bei energiereichem Futter leicht Übergewicht und Stoffwechselstörungen wie EMS, einen der häufigsten Rehe-Auslöser. Wenn du so eine Rasse hältst, achte streng auf Gewicht, Weidezeit und Kraftfuttermenge.
Deckt die OP-Versicherung Hufrehe ab?
Sie greift nur bei chirurgischen Eingriffen wie der Dorsalwand-Resektion oder der Tenotomie, die in schweren Fällen nötig werden. Der weitaus größere Kostenblock, die konservative Langzeitbehandlung mit Rehebeschlag, Schmerzmitteln und Röntgenkontrollen, fällt in den Bereich der Krankenversicherung. Prüfe außerdem den Zeitpunkt: Nach einem ersten Schub gilt Hufrehe meist als Vorerkrankung.
Kann Hufrehe geheilt werden?
Leichte Schübe heilen bei schneller Behandlung oft folgenlos aus. Hat sich das Hufbein aber bereits gedreht oder abgesenkt, bleibt die Veränderung bestehen und das Pferd braucht lebenslang Huforthopädie, strikte Diät und regelmäßige Kontrollen. Mit konsequentem Management können viele betroffene Pferde trotzdem ein gutes, weitgehend schmerzfreies Leben führen.
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