Kissing Spines
Processus spinosi impacti
Bei Kissing Spines berühren oder überlagern sich die Dornfortsätze der Brustwirbel. Das verursacht Schmerzen und Entzündungen im Rücken. Kissing Spines betreffen geschätzt 30 bis 40 % aller Reitpferde, aber nur ein Teil zeigt klinische Symptome.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 3.500 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Kein saisonaler Schwerpunkt
Was ist Kissing Spines?
Bei Kissing Spines stehen die nach oben ragenden Dornfortsätze der Brustwirbel zu eng beieinander und berühren sich. Bei Bewegung reiben sie aneinander, was Schmerzen und Entzündungen im Rücken auslöst. Viele Pferde haben eng stehende Dornfortsätze im Röntgenbild, ohne je Probleme zu zeigen, erst bei Reizung entstehen Beschwerden. Schmerzt der Rücken, verspannt die Muskulatur und das Pferd kann den Rücken nicht mehr aufwölben, was den Druck weiter erhöht. Gezieltes Training zur Stärkung der Rückenmuskulatur ist deshalb ein wichtiger Baustein der Behandlung.
Symptome
- Rückenempfindlichkeit
- Sattelzwang
- Leistungsabfall
- Steifheit
- Bocksprünge
- Widersetzlichkeit bei Versammlung
Ursachen
- Anatomische Veranlagung mit eng stehenden Dornfortsätzen
- Schwache, untrainierte Rückenmuskulatur
- Reiten mit weggedrücktem statt aufgewölbtem Rücken
- Unpassender Sattel und Druckstellen
- Überlastung, besonders bei jungen Pferden
- Ausgleichshaltung bei anderen Lahmheiten
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Stoßwellentherapie, Kortison-Injektionen zwischen die Dornfortsätze, Physiotherapie, gezieltes Rückentraining.
Operative Behandlung
Interspinöse Ligamentotomie (ISLT): Durchtrennung der Bänder zwischen den Dornfortsätzen. Minimalinvasiver Eingriff am stehenden Pferd.
Nachsorge
3 bis 6 Monate Rehabilitation mit gezieltem Rückenaufbau. Beginn mit Schritt und Longieren, dann langsamer Aufbau unter dem Reiter.
Prognose
Nach ISLT-OP zeigen 70 bis 80 % der Pferde eine deutliche Verbesserung. Konservative Therapie hilft bei milden Fällen. Schwere Fälle können chronisch werden.
Besonders betroffene Rassen
Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.
Vorbeugung
Kissing Spines sind ein häufiger OP-Grund bei Sportpferden. Die ISLT-OP wird von den meisten OP-Versicherungen abgedeckt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kissing-Spines-OP?
Für die minimalinvasive ISLT-OP inklusive Diagnostik und Nachsorge liegst du bei 2.500 bis 5.000 EUR (Stand 2025/2026). Der Eingriff erfolgt am stehenden, sedierten Pferd, was das Narkoserisiko senkt. Vorher kommen oft Röntgen, Szintigraphie und diagnostische Anästhesien dazu, um sicherzugehen, dass wirklich die Dornfortsätze die Schmerzursache sind.
Kann mein Pferd nach der Kissing-Spines-OP wieder geritten werden?
Ja, die Aussichten sind gut: 70 bis 80 % der Pferde zeigen nach der ISLT-OP eine deutliche Verbesserung. Entscheidend ist die anschließende Rehabilitation über 3 bis 6 Monate mit gezieltem Rückenaufbau, erst Schritt und Longieren, dann langsamer Aufbau unter dem Reiter. Auch Sattelpassform und korrektes Reiten müssen stimmen, sonst kehren die Beschwerden zurück.
Deckt die OP-Versicherung Kissing Spines ab?
Ja, die ISLT-OP und andere chirurgische Eingriffe bei Kissing Spines sind in der Regel Leistungsfälle der OP-Versicherung. Konservative Maßnahmen wie Stoßwellentherapie, Kortison-Injektionen und Physiotherapie deckt dagegen meist nur eine Krankenversicherung ab. Schließe den Schutz möglichst ab, bevor Rückenprobleme aktenkundig sind, sonst droht ein Ausschluss als Vorerkrankung.
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