Zahnprobleme (EOTRH, Haken, Wellen)
Pferdezähne wachsen lebenslang nach und nutzen sich durch das Kauen ab. Ungleichmäßige Abnutzung führt zu Haken, Spitzen und Wellengebiss. EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis) ist eine schmerzhafte Zahnerkrankung älterer Pferde, bei der die Schneidezähne abgebaut werden.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 800 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Kein saisonaler Schwerpunkt
Was ist Zahnprobleme (EOTRH, Haken, Wellen)?
Pferdezähne schieben lebenslang nach und werden durch das Kauen von Raufutter abgeschliffen. Weil Ober- und Unterkiefer unterschiedlich breit sind, entstehen bei ungleichmäßigem Abrieb scharfe Kanten und Haken, die Wange und Zunge verletzen. Das Pferd kaut dann schlecht, verliert Futter und nimmt ab. Bei der schmerzhaften Zahnerkrankung EOTRH baut der Körper das Gewebe der Schneidezähne ab und lagert gleichzeitig überschüssiges Zahnzement an. Regelmäßige Kontrollen fangen solche Probleme früh ab, bevor sie richtig schmerzhaft werden.
Symptome
- Mundgeruch
- Gewichtsverlust
- Futterprobieme (Wickel kauen, Futter fallen lassen)
- Kopfschiefhaltung
- Blutung aus dem Maul
- Fressunlust
Ursachen
- Ungleichmäßiger Zahnabrieb mit Haken, Kanten und Wellengebiss
- Zu wenig Raufutter, das den Abrieb fördert
- Angeborene Fehlstellungen des Gebisses
- Altersbedingter Abbau, besonders EOTRH bei alten Pferden
- Frakturierte Backenzähne durch harte Fremdkörper
- Nicht entfernte Wolfszähne
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Regelmäßige Zahnkorrektur (Raspeln) alle 6 bis 12 Monate.
Operative Behandlung
Zahnextraktion unter Vollnarkose oder Sedierung (bei EOTRH, Wolfszähnen oder frakturierten Backenzähnen).
Nachsorge
Nach Zahnextraktion: 3 bis 5 Tage weiches Futter, Antibiotika, Schmerzmanagement.
Prognose
Routinemäßige Zahnkorrekturen sind problemlos. EOTRH erfordert oft die Entfernung aller Schneidezähne, die Pferde kommen danach erstaunlich gut zurecht.
Vorbeugung
Zahnextraktionen unter Vollnarkose fallen unter die OP-Versicherung. Routinemäßiges Raspeln ist bei den meisten Versicherern ausgeschlossen.
Häufige Fragen
Wie oft muss mein Pferd zum Zahnarzt?
Mindestens einmal im Jahr sollte ein Pferdezahnarzt mit Maulgatter kontrollieren und bei Bedarf raspeln. Der Hintergrund: Pferdezähne schieben lebenslang nach, und ungleichmäßiger Abrieb erzeugt scharfe Kanten und Haken, die Wange und Zunge verletzen. Ältere Pferde, Pferde mit bekannten Zahnproblemen oder auffälligem Fressverhalten wie Wickelkauen gehören öfter unter die Kontrolle.
Was kostet eine Zahn-OP beim Pferd?
Die Spanne ist groß: Routinemäßiges Raspeln kostet 80 bis 200 EUR, eine Zahnextraktion unter Sedierung 500 bis 1.500 EUR. Muss ein Backenzahn unter Vollnarkose operiert werden, liegst du bei 2.000 bis 3.500 EUR (Stand 2025/2026). Bei EOTRH älterer Pferde müssen oft mehrere Schneidezähne entfernt werden, was die Kosten entsprechend erhöht.
Zahlt die OP-Versicherung bei Zahnproblemen?
Zahnextraktionen unter Vollnarkose oder Sedierung sind bei den meisten OP-Versicherungen gedeckt, etwa bei EOTRH oder frakturierten Backenzähnen. Das routinemäßige Raspeln gilt dagegen als Vorsorge und wird in der Regel nicht erstattet. Wirf einen Blick in die Tarifbedingungen, ob auch Eingriffe in Sedierung eingeschlossen sind, denn nicht jede Zahn-OP braucht eine Vollnarkose.
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