Griffelbeinfraktur
Fractura ossis metacarpalis/metatarsalis
Die Griffelbeine sind dünne Knochen seitlich des Röhrbeins. Frakturen treten durch Trittverletzungen, Schlag oder Überbelastung auf. Die Entfernung des gebrochenen Griffelbein-Endes ist eine der häufigsten Routine-OPs bei Sportpferden.
Kosten ohne Versicherung
Durchschnitt: 2.000 EUR
OP-Wahrscheinlichkeit
Wie oft die Erkrankung operiert werden muss
Saisonale Häufung
Kein saisonaler Schwerpunkt
Was ist Griffelbeinfraktur?
Die Griffelbeine sind zwei schmale, rückgebildete Knochen, die seitlich am Röhrbein liegen. Sie tragen kaum Gewicht, brechen aber leicht durch einen Schlag, einen Huftritt des Nachbarpferds oder durch Zug des anliegenden Fesselträgers. Der Bruch löst eine örtliche Entzündung und Schwellung aus, oft am unteren, freien Ende des Knochens. Weil das Fragment nicht stabil mit dem Röhrbein verbunden ist, heilt es häufig nicht von selbst zusammen. Deshalb wird das lose Endstück meist chirurgisch entfernt, was die Prognose sehr gut macht.
Symptome
- Schwellung seitlich am Röhrbein
- Druckempfindlichkeit
- Lahmheit (leicht bis mittel)
- Wärme am betroffenen Bereich
Ursachen
- Huftritt eines anderen Pferds in der Gruppenhaltung
- Schlag gegen Hindernisse oder Boxenwände
- Zug des Fesselträgers bei Überlastung
- Sturz oder Vertreten auf unebenem Boden
- Direkte Anpralltraumen im Sport
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Behandlung: der typische Weg
Konservative Behandlung
Bei nicht-verschobenen Frakturen: Boxenruhe, Verband, Schmerzmittel. Konservative Behandlung dauert 6 bis 8 Wochen.
Operative Behandlung
Chirurgische Entfernung des frakturierten Griffelbein-Endes unter Vollnarkose oder stehend in Sedierung. Routine-OP mit hoher Erfolgsrate.
Nachsorge
2 bis 4 Wochen Boxenruhe nach OP, dann kontrollierter Aufbau. Volle Belastung nach ca. 6 bis 8 Wochen.
Prognose
Sehr gut. Nach Entfernung des Griffelbein-Fragments kehren die meisten Pferde vollständig zum Sport zurück.
Besonders betroffene Rassen
Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.
Vorbeugung
Griffelbeinfrakturen sind eine der häufigsten und vergleichsweise günstigen Pferde-OPs. Die OP-Versicherung deckt den Eingriff vollständig ab.
Häufige Fragen
Was kostet eine Griffelbein-OP beim Pferd?
Für die chirurgische Entfernung des gebrochenen Griffelbein-Endes zahlst du 1.500 bis 2.500 EUR inklusive Nachsorge (Stand 2025/2026). Damit gehört der Eingriff zu den günstigeren Pferde-OPs, oft ist er sogar stehend in Sedierung möglich, was die Narkosekosten senkt. Die Prognose ist sehr gut, weshalb sich die Behandlung praktisch immer lohnt.
Kann mein Pferd nach einer Griffelbein-OP wieder springen?
Ja, die Aussichten sind hervorragend: Nach Entfernung des Fragments kehren die meisten Pferde vollständig in den Sport zurück. Nach der OP stehen zunächst 2 bis 4 Wochen Boxenruhe an, danach folgt der kontrollierte Aufbau, volle Belastung ist nach etwa 6 bis 8 Wochen wieder möglich. Beim Springen helfen Gamaschen anschließend, erneute Anpralltraumen zu vermeiden.
Muss ein gebrochenes Griffelbein immer operiert werden?
Nein, nicht zwingend: Nicht-verschobene Frakturen können mit Boxenruhe und Verband über 6 bis 8 Wochen konservativ ausheilen. Operiert wird, wenn das Fragment verschoben ist, nicht von selbst anheilt oder den direkt anliegenden Fesselträger reizt. Dein Tierarzt entscheidet das anhand von Röntgen- und Ultraschallbildern, beide Wege haben bei den Griffelbeinen eine gute Prognose.
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