Magengeschwür (EGUS) beim Pferd
Magen-Darm OP: Niedrig

Magengeschwür (EGUS)

Equine Gastric Ulcer Syndrome

Magengeschwüre betreffen bis zu 90 % der Rennpferde und 60 % der Sportpferde. Die Magensäure greift die ungeschützte Schleimhaut im oberen Magenbereich an, besonders bei Pferden, die wenig Raufutter bekommen oder unter Stress stehen.

Betroffener Bereich Magen & Darm
OP-Kosten ohne Schutz bis 3.000 €

Kosten ohne Versicherung

800–3.000 EUR

Durchschnitt: 1.500 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Niedrig

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Magengeschwür (EGUS)?

Der Pferdemagen produziert rund um die Uhr Magensäure, weil Pferde von Natur aus fast ununterbrochen fressen. Der obere Teil des Magens hat aber keine schützende Schleimschicht. Frisst ein Pferd zu wenig Raufutter oder macht lange Fresspausen, fehlt der puffernde Speichel und die Säure greift die ungeschützte Wand an. So entstehen schmerzhafte Geschwüre. Stress, viel Kraftfutter und intensives Training verstärken das Problem, weshalb vor allem Sport- und Rennpferde betroffen sind.

Symptome

  • Verminderte Fresslust
  • Schlechter Fellzustand
  • Gewichtsverlust
  • Leistungsabfall
  • Koppen
  • Gähnen
  • Empfindlichkeit beim Gurten
  • Kolikartige Symptome

Ursachen

  • Zu wenig Raufutter und lange Fresspausen
  • Viel Kraftfutter und wenig Struktur im Futter
  • Stress durch Training, Transport und Turniere
  • Wenig Bewegung und viel Boxenhaltung
  • Dauergabe entzündungshemmender Schmerzmittel
  • Unruhe und ranghohe Konkurrenz in der Herde

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Gastroskopie (Magenspiegelung)2Klinische Untersuchung3Ansprechen auf Therapie (diagnostisch)

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Omeprazol über 28 Tage, Anpassung der Fütterung (mehr Raufutter, weniger Kraftfutter, Luzerne), Stressreduktion, Magenschutzpräparate wie Sucralfat.

Operative Behandlung

Magengeschwüre werden nicht operiert. Bei schweren Fällen kann eine stationäre Infusionstherapie nötig sein.

Nachsorge

Fütterungsanpassung dauerhaft beibehalten. Nachkontrolle per Gastroskopie nach 4 bis 8 Wochen. Rückfallquote hoch, wenn Ursachen nicht behoben werden.

Prognose

Bei konsequenter Behandlung heilen die meisten Magengeschwüre innerhalb von 4 Wochen ab. Rückfälle sind häufig, wenn die Haltungs- und Fütterungsbedingungen nicht angepasst werden.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Ausreichend Raufutter (mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht)
Fresspausen unter 4 Stunden vermeiden
Stressreduktion
Kraftfutter-Mahlzeiten klein halten
Luzerne füttern (puffert Magensäure)
Das bedeutet es für deine Versicherung

Magengeschwüre werden konservativ behandelt und fallen unter die Pferde-Krankenversicherung, nicht unter die OP-Versicherung. Die Gastroskopie allein kostet ca. 300 bis 500 EUR.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein Magengeschwür bei meinem Pferd?

Typische Anzeichen sind Appetitlosigkeit, stumpfes Fell, Leistungsabfall, Empfindlichkeit beim Gurten und wiederkehrende leichte Kolik-Symptome. Viele Pferde zeigen aber nur subtile Verhaltensänderungen wie Gähnen, Koppen oder Unlust bei der Arbeit. Sicherheit bringt nur die Gastroskopie, bei Verdacht lohnt sich die Magenspiegelung, bevor du lange herumrätst.

Was kostet die Behandlung von Magengeschwüren?

Rechne mit 800 bis 3.000 EUR insgesamt: Die Gastroskopie kostet etwa 300 bis 500 EUR, dazu kommt die Omeprazol-Therapie mit rund 10 bis 15 EUR pro Tag über 28 Tage. Nach 4 bis 8 Wochen steht eine Kontroll-Gastroskopie an, damit du weißt, ob die Geschwüre wirklich abgeheilt sind. Ohne angepasste Fütterung und Haltung droht ein Rückfall, dann beginnt die Rechnung von vorn.

Deckt die OP-Versicherung Magengeschwüre ab?

Nein, denn Magengeschwüre werden konservativ mit Medikamenten und Fütterungsumstellung behandelt, nicht chirurgisch. Die OP-Versicherung leistet deshalb hier nicht, Gastroskopie und Omeprazol-Therapie übernimmt nur eine Pferde-Krankenversicherung. Bei Sportpferden mit hohem Magenrisiko kann sich dieser umfassendere Schutz durchaus rechnen.

Wie kann ich Magengeschwüre vorbeugen?

Die wichtigsten Hebel sind ausreichend Raufutter (mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht), Fresspausen unter 4 Stunden, kleine Kraftfutter-Portionen und möglichst wenig Stress. Der Hintergrund: Der Pferdemagen produziert rund um die Uhr Säure, nur stetiges Kauen und der puffernde Speichel schützen die Schleimhaut. Luzerne hilft zusätzlich, die Magensäure abzupuffern.

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