Sehnenschaden (Tendopathie) beim Pferd
Bewegungsapparat OP: Mittel

Sehnenschaden (Tendopathie)

Tendopathia

Sehnenschäden gehören zu den häufigsten Verletzungen bei Sportpferden. Am häufigsten betroffen sind die oberflächliche und tiefe Beugesehne sowie der Fesselträger. Die Schädigung reicht von Zerrung über Teilriss bis zum vollständigen Sehnenriss.

Betroffener Bereich Gelenke, Sehnen & Beine
OP-Kosten ohne Schutz bis 8.000 €

Kosten ohne Versicherung

3.000–8.000 EUR

Durchschnitt: 5.000 EUR

OP-Wahrscheinlichkeit

Mittel

Wie oft die Erkrankung operiert werden muss

Saisonale Häufung

ganzjährig

Kein saisonaler Schwerpunkt

Was ist Sehnenschaden (Tendopathie)?

Die Beugesehnen an der Beinrückseite übertragen die Kraft der Muskeln und speichern beim Auffußen Energie wie eine Feder. Werden sie überlastet, reißen einzelne Fasern ein, das Innere der Sehne blutet und entzündet sich. Im Ultraschall zeigt sich dann eine typische Läsion in der Sehnenstruktur. Sehnengewebe heilt langsam und ersetzt die elastischen Fasern durch weniger belastbares Narbengewebe. Wird zu früh wieder belastet, reißt die Sehne an derselben Stelle erneut, deshalb ist Geduld entscheidend.

Symptome

  • Schwellung am betroffenen Bein
  • Wärme
  • Lahmheit (leicht bis deutlich)
  • Druckempfindlichkeit
  • Verdickung der Sehne

Ursachen

  • Überlastung durch Sport und Training
  • Muskelermüdung, die die Sehne ungeschützt lässt
  • Tiefer oder unebener Reitboden
  • Fehlendes oder zu kurzes Aufwärmen
  • Fehlstellungen und ungünstiger Hufbeschlag
  • Trittverletzungen und äußere Traumen

So stellt der Tierarzt die Diagnose

1Ultraschall (Goldstandard)2Klinische Palpation3MRT (bei unklaren Befunden)

Behandlung: der typische Weg

Konservative Behandlung

Kühlung, Boxenruhe (8 bis 12 Wochen), kontrollierter Aufbau (Schritt, Trab, Galopp über Monate), Stoßwellentherapie, PRP-Injektionen (Eigenblutplasma), Stammzelltherapie.

Operative Behandlung

Sehnen-Splitting (Desmotomie), Stammzell-Injektion unter Ultraschallkontrolle. Bei Fesselträgerschäden: Fesselringband-Durchtrennung.

Nachsorge

Rehabilitationsplan über 6 bis 12 Monate mit langsam steigender Belastung. Regelmäßige Ultraschallkontrollen. Rückkehr zum Sport frühestens nach 9 bis 12 Monaten.

Prognose

Bei korrekter Rehabilitation heilen viele Sehnenschäden gut. Rezidivrate liegt bei 40 bis 60 % für die Rückkehr zum Hochleistungssport. Für Freizeitsport ist die Prognose besser.

Besonders betroffene Rassen

Diese Rassen erkranken statistisch häufiger, grundsätzlich kann es aber jedes Pferd treffen.

Vorbeugung

Angemessenes Aufwärmen vor dem Training
Guter Reitboden
Angepasstes Trainingsprogramm
Regelmäßige Ultraschallkontrollen bei Risikopferden
Gamaschen und Bandagen korrekt anlegen
Das bedeutet es für deine Versicherung

Sehnenschäden sind langwierig und teuer. Die OP-Versicherung deckt chirurgische Eingriffe und moderne Therapien wie Stammzellen ab. Rechne mit Gesamtkosten von 3.000 bis 8.000 EUR.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Heilung eines Sehnenschadens beim Pferd?

Rechne mit mindestens 6 bis 12 Monaten Rehabilitation, die Rückkehr zum Sport ist frühestens nach 9 bis 12 Monaten realistisch. Sehnengewebe heilt langsam und ersetzt die elastischen Fasern durch weniger belastbares Narbengewebe. Boxenruhe, ein streng kontrollierter Aufbau und Ultraschallkontrollen sind Pflicht, denn zu frühe Belastung lässt die Sehne an derselben Stelle erneut reißen.

Was kostet die Behandlung eines Sehnenschadens?

Zwischen 3.000 und 8.000 EUR, abhängig von Schwere und Therapieweg (Stand 2025/2026). Die konservative Behandlung mit Boxenruhe und Stoßwellentherapie ist günstiger, moderne Verfahren wie PRP-Injektionen oder Stammzelltherapie treiben die Kosten nach oben. Dazu kommen über Monate regelmäßige Ultraschallkontrollen, die sich bei der langen Reha-Dauer summieren.

Kann mein Pferd nach einem Sehnenschaden wieder Sport machen?

Für den Freizeitsport ist die Prognose gut, die meisten Pferde sind nach abgeschlossener Reha wieder normal reitbar. Im Hochleistungssport liegt die Rückfallquote dagegen bei 40 bis 60 %, weil Narbengewebe weniger elastisch ist als gesunde Sehne. Steigere die Belastung deshalb nur nach Ultraschallbefund und plane die künftige Nutzung realistisch mit deinem Tierarzt.

Deckt die OP-Versicherung Sehnenschäden ab?

Ja, chirurgische Behandlungen wie Sehnen-Splitting und die Stammzell-Therapie unter Ultraschallkontrolle übernehmen die meisten OP-Versicherungen. Die rein konservative Behandlung mit Boxenruhe und Stoßwellentherapie fällt dagegen eher in den Bereich der Krankenversicherung. Prüfe im Tarif gezielt, ob regenerative Verfahren wie Stammzellen und PRP eingeschlossen sind, hier unterscheiden sich die Anbieter.

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